Verfasst von: milchpilzkapstadt | August 21, 2010

Angekommen!

So, wir sind am Ziel: Nach 111 ereignisreichen Tagen und 26453 km sind wir in Kapstadt angekommen.

Die letzten 2 Wochen waren noch recht aufregend und aufgrund der einen oder anderen Panne sind wir nun auch froh, dass wir es heil nach Kapstadt geschafft haben. Jetzt sitzen wir bei Dauerregen leicht angeschlagen (aufgrund der dreitägigen Ankunftsfeierlichkeiten) in Stellenbosch und versuchen, die Erlebnisse der letzten 2 Wochen, die sich schon wieder sehr weit weg anfühlen, zu beschreiben. Da sich der Schreibfluss heute auch nach dem dritten Anlauf nicht wirklich einstellen will, bekommt ihr die abschließenden Erlebnisse unserer Reise auszugsweise aus meinem Reisetagebuch präsentiert:

Mittwoch, 4. August:

Auweh, wir sind in Deutschland angekommen: Es schaut aus wie bei Muttern in den 70ern, deutsche Schilder, deutsche Menschen, deutsche Preise. Immerhin auch deutsches Bier, das hilft. (…)

Donnerstag, 5. August

Wir entfliehen Deutschland und sehen endlich das andere Namibia: Schotterpiste, endlose Wüsten, Berge, Antilopen. Wir campen am verlassensten Campingplatz der Welt am Fuße des Brandbergs und bis auf den ekligen Campingfraß (endlich die letzte Packung davon runtergewuergt) passt alles. Wir sind froh, dass wir Namibia mit der voreiligen Beschreibung als “Disneyland-Afrika” doch unrecht getan haben.

Jedes Tier bekommt sein eigenes Warnschild

Freitag, 6. August

Von wegen Disneyland. Die Wüste wird heißer, steiniger und spektakulaerer. (…) Eli hat den ersten Platten der Reise, der Traum vom plattenfreien Trip durch Afrika ist im wahrsten Sinne des Wortes geplatzt. Dank Reifenspray ist die Sache aber halb so wild und es geht zur Atlantikküste, wo’s erst angenehm kühl, dann frisch und schließlich arschkalt wird! Eine Nebelwand vor uns kündigt das Meer an, die Landschaft wird surreal, dunkel und flach, weiss vor Salz – es scheint, als wären wir aus der Matrix herausgefahren. In Swakopmund (laut Lonely Planet ist die Stadt ‚more German than Germany’) finden wir einen – no na – deutschen Mechaniker, der bei der Gelegenheit auch gleich Elis Kette austauscht.

Sonntag, 8. August

Was sind wir doch für wilde Abenteurer: Samstagabend, wir gehen ins Kino, trinken einen Chai-Latte und schauen uns eine Teenie-Komoedie an. (…)

Montag, 9. August

Wir stellen fest: Namibia ist zu groß! Endlose Pisten, keine Dörfer, keine Menschen, viel Wüste. (…)

Kurze Schrecksekunde auf der Fahrt zu den beeindruckenden Sanddünen: Eine Antilope taucht bei voller Fahrt plötzlich 1 Meter neben meinem Motorrad auf, bevor ich aber reagieren kann, stürzt sie und rennt ca. 1 km vor mir auf der Strasse her. (…)

Kollision gerade noch verhindert...

Die groessten Sandduenen der Welt

Mittwoch, 11. August

Wir fahren zum Fishriver Canyon, dem zweitgroessten Canyon der Welt, der unsere Erwartungen übertrifft. Auch das Heizen auf der Piste bei viel Rückenwind macht Spaß, der kurze Ausflug auf einen Berg am Straßenrand wird wenig erfolgreich (ich bleib nach 10 Metern im Geröll stecken, Eli schmeißt beim Versuch, mich zu befreien, sein Bike zum 29sten und letzten? Mal um.)

Klettern am Fishriver Canyon;-)

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Donnerstag, 12. August

SUEDAFRIKA! Schon die ersten 5 km bieten mehr Kurven und Fahrspaß als ganz Sambia, Botswana und Namibia zusammen. Zur Feier des Tages gibt’s ein nettes Hotelzimmer (billiger ist als eine durchschnittliche Campingübernachtung in Namibia), zwei Flaschen südafrikanischen Rotwein und T-Bone-Steaks vom Grill – ausgezeichnet!

Geschafft!

Freitag, 13. August

Wir fahren ans Meer nach Elands Bay, wo wir den Nachmittag gemütlich am Meer verbringen, wo spektakuläre Wellen brechen und abwechselnd Wale und Robben vorbeischwimmen. Wir zelten direkt am Meer und grillen fangfrische Langusten, die wir um 2 Euro pro Stück erstehen.

So frisch kann Seafood sein!

Samstag, 14. August

Endlich kann ich’s wieder mal schreiben: TRAUMSTRECKE! Weinberge, rot schimmernde Felsen, Flüsse, gelbe und violette Blumenmeere, dazu idyllisches Mittagessen auf einer kleinen Farm.

Dienstag, 17. August

Wir starten um 7.00 Uhr und es geht über den nicht sehr hohen aber wunderschönen Prince Alfred’s Pass auf gutem Schotter Richtung Meer. Auf halber Strecke sticht uns ein Schild am Straßenrand ins Auge: ‚Bikers welcome’. Der zottelbärtige Besitzer der dazugehörigen Lodge mit dem viel versprechenden Name ‚Angies G-Spot’ und seine kettenrauchende white-trash Frau laden zum kurzen Fruehstueckstopp ein. (…) Aus dem Fruehstuecksstopp wird ein gemuetlicher Tag in den Bergen mit Vormittagsspaziergang am Fluss, gemütlichem Nachmittags-Chillen in bizarrer Gesellschaft des Hausschweins ‚Tequila’, das sich für einen Hund hält und Gefallen an unseren Füssen findet…

Donnerstag, 19. August

Der letzte Reisetag bietet nochmals viele Highlights und quasi unseren ganzen Trip ‚in a nutshell’: wir starten bei Regen und Eiseskälte, fahren auf nassen und rutschigen Schlammpisten zu traumhaften, asphaltierten Küstenstrassen, zum Mittag gibt’s feines Seafood mit Aussicht auf riesige Wale in der Bucht in Hermanus. Wir erreichen nach einer Flussüberquerung auf einem einfachen Floss das Cape Agulhas, den südlichsten Punkt Afrikas und werden 2 h später von Martin und Mimi in Stellenbosch bei Kapstadt empfangen. Wir genießen südafrikanisches Bier an der Sonne und realisieren: Wir sind da!

Cape Agulhas - suedlicher geht's nicht mehr!


Antworten

  1. Lebendig sein ist der Anfang des Himmels…
    Ich gratuliere euch von ganzem Herzen zum Gelingen eurer Tour und bin stolz, so zielorientierte, lebensbejaende Neffen zu haben. Was kann da im Leben noch schief gehen….
    Toi, toi, toi Andrea

  2. Wahnsinn! Sehr cool! Gratulation und ich freu mich schon auf eure Rückkehr und viieeeeele Geschichten!

  3. GOTTSEIDANK!!!
    ……jetzt muss ich weinen – vor lauter Freude!
    Ich freue mich – bis bald
    Ma

  4. ganz großes kino!
    bin irre stolz auf euch – wahnsinn diese verrückten jungs!! das sind meine freunde!
    freue mich auch schon euch bald zu sehen.
    genießt es noch!

  5. halt- da fehlt noch was :)

  6. Gratulation zu dieser wunderbaren Idee, diese Monate sinnvoll und offensichtlich auch genussvoll zu verbringen!

    1000 Gruesse aus NYC, Stefan

  7. SUPER! wir sind stolz auf euch!
    steht der termin 3.9. noch??
    das wär ja schon nächste woche!?
    wann kommt ihr denn zurück!?

  8. muss am freitag arbeiten… wie es ausschaut nur bis ca 20:30 uhr… dann schaff ich es auf jeden fall noch in die fähre!
    wir freuen uns schon!!!


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