Die Zeit vergeht wie im Flug und wir sind mittlerweile in Sambias Hauptstadt Lusaka angekommen.
An unseren letzten 2 Tagen in Ruanda haben wir uns mit dem allgegenwaertigen Genozid von 1994 beschaeftigt, bei dem 1 Mio Menschen in Hundert Tagen niedergemetzelt wurden. Das Museum in Kigali bietet einen wuerdevollen Ueberblick ueber die Geschehnisse. Wir besuchen eine Kirche, in der an einem Tag 5000 Maenner, Frauen und Kinder ermordet wurden. Es klebt noch das Blut von unzaehligen Babies an der Wand, gegen die sie geschleudert wurden. Wir sind sprach- und fassungslos. Dass die Welt und wir alle die Augen vor diesen Verbrechen verschlossen, scheint unbegreiflich.
Tansania empfing uns nach einem unkomplizierten Grenzuebertritt recht karg, schmutzig und unspektakulaer. Dazu kam ein Schlagloch, das uns beide am fruehen Morgen aushebelte und aus dem Sattel, zum Glueck aber nicht vom Motorrad hievte. Wieder einmal hatten wir grosses Glueck, auch schon eine schoene Tradition auf unserer Reise.
Je weiter wir nach Osten und in Kuestennaehe vordrangen, umso schoener wurde das Land und besser das Essen. Um die tropische Atmosphaere richtig geniessen zu koennen und Elias’ Freund Jankek zu besuchen, goennten wir uns 3 Tage Erholung auf Sansibar. Tuerkises Meer, weisser Sand, bunt-gekleidete Menschen und feinstes Seafood versuessten uns den Aufenthalt. Die Insel hat ein eigenes, sehr arabisch-gepraegtes Flair und erinnerte uns an all die schoenen Laender des Nahen Ostens.
Natuerlich ging es 3 Tage ganz ohne Motorraeder auch nicht, und so heizten wir mit Leihmopeds am Strand entlang und quer ueber die Insel. Erstmals wurden wir auch mit korrupten Polizisten konfrontiert, die wir aber – nach einmaliger Bezahlung – bei weiteren Kontrollen mit Dummstellen und Verlust unserer Englischkenntnisse abwimmeln konnten.

...die wir natuerlich auf unseren eigenen Bikes nie wagen wuerden;-) auch der Leihhelm war vom Feinsten, wie man sieht!
Nach diesen erholsamen Tagen gings wieder quer durch Tansania, vorbei an Zebras, Giraffen und Nilpferden nach Malawi. Unsere Erwartungen an Malawi waren eigentlich sehr gering, umso erfreuter waren wir ob der traumhaften Berge, freundlichen Menschen (mit eigenwilligen Snacks) und komfortablen Campingplaetze. Erneut enttschlossen wir uns gegen die Route am See und bogen ins Hochland ab, wo uns (endlich wieder mal) Offroad-Piste daran erinnerte, dass wir immernoch in Afrika sind. Letzte Nacht zelteten wir dann bei einer noblen Lodge und der ausgezeichnete Suedafrikanische Rotwein (der erste ‘richtige’ Wein seit Ewigkeiten) erinnerte uns daran, dass wir unserem Ziel schon sehr nahe sind.
Nachdem wir einen kurzen Zwischenstopp in Malawis reichlich unspektakulaerer Hauptstadt eingelegt hatten, gings weiter zur Grenze nach Sambia. Leider hatten die malawischen Zoellner etwas gegen unsere Ausreise, weil unser Visum angeblich abgelaufen war (weder die Botschaft in Berlin noch die Zoellner bei der Einreise hatten ein Problem damit, dass wir das Visum schon im Februar beantragt hatten aber eben erst im Juli einreisten). Schnell wurde klar, auf was der Zoellner hinaus wollte: er machte unmissverstaendliche Andeutungen (‘we can solve this problem, you know the solution…’) und er bat uns in sein Wachzimmer, um ‘Klartext’ zu reden, will heissen, Schmiergeld zu bezahlen. Darauf hatten wir aber ueberhaupt keine Lust und gerade als er mit seiner Klartext-Rede anfangen wollte, packten wir unsererseits gute Argumente aus: Wir erzaehlten von unserer Reise und unserem Blog, der damit verbundenen Publicity, von unzaehligen (natuerlich frei erfundenen) Zeitungsinterviews und Fernsehauftritten und wie schade es doch waere, wenn wir dort immer von den Problemen mit malawischen Zoellnern zu berichten haetten… 5 Minuten spaeter waren wir in Sambia, ohne Schmiergeld, versteht sich;-)
In Sambia konnten wir uns gleich wieder von der grossen afrikanischen Hilfbereitschaft ueberzeugen: Mitten in der Pampa war meine Kette, die seit einiger Zeit schon Probleme macht, herausgesprungen. Wir hatten noch nicht mal unser Werkzeug ausgepackt, da standen schon 10 Locals um mein Motorrad und begannen zu debattieren und zu schrauben. 10 min spaeter war das Problem geloest und wir konnten weiterfahren, leider durch eher langweilige Landschaft und bei Regen (der erste richtige Regen seit Italien wohlgemerkt!)
In Lusaka werden wir jetzt doch meine Kette austauschen und da die Stadt ausser haufenweise Expats und Shoppingcentern nichts zu bieten hat, werden wir den Abend richtig westlich mit Fastfood und Kino verbringen. Morgen gehts dann zu den Victoria Falls und dann weiter nach Botswana. Wir freuen uns auf den letzten Monat unserer Reise,
liebe Gruesse,
Clemens & Elias







Hallo Ihr 2! Laut Christophs Chef, der seit 20 Jahren mind. 1x/Jahr nach Afrika reist, soll Botwana das Schönste überhaupt sein! Also freut Euch darauf – und wir auch:-)
…ganz viel Glück und “good vibrations”
von Kathi und Co
Von: Kathi, Christoph und die Mädels am Juli 25, 2010
um 6:11 pm
Hallo ihr zwei! Echt fantastisch eure Berichte zu lesen. Spitze, dass ihr so gut zurecht kommt mit Zoellner abwimmeln, Stürzen, Boxenstopp auf freier Strecke…. Wir sind ja wirklich alle fleißig am Lesen eures Blogs, aber dass ihr damit erreicht habt, kein Schmiergeld zu bezahlen, find ich großartig. Weiterhin alles alles Gute wünschen euch Lukas und Lucia
Von: Anonymous am Juli 28, 2010
um 7:48 pm