Verfasst von: milchpilzkapstadt | Juli 18, 2010

Nachtrag Aethiopien – nochmals herzlichen Dank fuer die Spenden!

Wie geplant konnten wir in Addis Abeba das Projekt “Protection, Respect and Oportunity for Children on the Street (PROCS)”, fuer das ihr alle so grosszuegig gespendet habt, besuchen. Zwar konnte uns die Leiterin Ananas aufgrund einer Auslandsreise nicht persoenlich empfangen, dennoch konnten wir uns von den aktuellen Entwicklungen ein Bild machen und vor Ort von den beachtlichen 7,500 EUR Spendensumme berichten.

Waehrend unserer Zeit in Aethiopien wurden uns die Herausforderungen guter Entwicklungsarbeit und die Qualitaeten dieses Projektes noch einmal bewusst. Denn wer durch Aethiopien faehrt, bekommt schnell den Eindruck, auf einer gewaltigen Weltausstellung der Entwicklungshilfeorganisationen zu sein: Die Ortseinfahrten sind zugepflastert mit den Schildern westlicher Organisationen wie World Vision, Oxfam, Care und vieler anderer. Auf jedem halbwegs neuen Haus befindet sich ein Taefelchen mit dem Emblaim der edlen Spender oder einer europaeischen, amerikanischen oder chinesischen Flagge.

Es scheint an vielem zu mangeln in diesem Land, nur nicht an Entwicklungshilfe. Trotz der grossen Anstrengungen scheint jedoch wenig voranzugehen. Bei unseren Gespraechen mit Menschen auf dem Land und in Addis war wenig Hoffnung oder gar Aufbruchsstimmung erkennbar. Stattdessen beginnen die meisten Begegnung mit Auslaendern mit den Saetzen “Give me money”, nachdem ueber Jahrzehnte alle Weissen als Geldgeber oder Spender aufgetreten sind. Man darf also zurecht fragen, ob noch mehr Spenden und Entwicklungszusammenarbeit ueberhaupt sinnvoll sind – und ob es denn etwas bewirken kann.

Zu oft bedeutet schliesslich Hilfe besser zu wissen, was andere brauchen und ihnen gleichzeitig nicht zuzutrauen, es selbst zu erreichen. Wir durften jedoch erfahren, wie PROCS den Kindern zutraut, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Wie die Kinder mit der Unterstuetzung des Projektes lernen, dass primaer sie selbst ihre Zukunft gestalten koennen – und dass sie nicht ewig auf grosszuegige „Geber“ vertrauen sollen. So wird ihnen zum Beispiel vom Projekt nichts geschenkt, sondern immer ein kleiner Selbstbehalt fuer Kleidung oder Buecher gefordert. Noch immer eine Seltenheit in Projekten, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die Kinder lernen so, selbst ihr Potential zu entfalten und koennen als Jugendliche stolz auf ihren Erfolg zurueckblicken. So hanegt im Buero von PROCS ein Poster mit den Abgaengern des Projekts, die an der Universitaet studiert haben, mit der stolzen Ueberschrift: We are now self-reliant!

Auf die Frage nach dem Sinn solcher Projekte haben wir damit unsere Antwort gefunden und freuen uns, dass den Kindern bei PROCS so viel zugetraut wird. Und dass Ihr alle dieses Vertrauen ueber eure Spenden teilt. Bis zum Ende unserer Reise (und natuerlich darueber hinaus!) kann noch gespendet werden. Fuer die Unterstuetzung bis heute nochmals vielen, vielen Dank!

Elias und Clemens


Antworten

  1. Hallo Ihr zwei Abenteurer, freu mich, dass es Euch gut geht; irre was Ihr seht und erlebt! Gute Zeit weiterhin u kommt gesund an “körper, Geist und Seele” wieder!
    Umarmung
    Lisi und Otto

  2. Hallo Elias und Clemens! “Life shrinks or expands in proportion to one’s courage”, schrieb Anais Nin in ihr Diary. Das beweist ihr grad ziemlich eindrucksvoll. Ich nasche gerne an euren Abenteuern mit und freue mich ganz besonders, dass ihr dabei das Projet von Ananas unterstützt! Einfach toll das Ganze! Auch meine Gedanken sind oft bei euch und ich wuensche euch alles erdenkliche Glück, ciao Theresia


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