Verfasst von: cle1860 | Juli 11, 2010

Uganda, Ruanda und – man lese und staune – Kongo

Wir haben Kenia schweren Herzens und mit der tiefen Ueberzeugung verlassen, dass das dort Erlebte nicht mehr zu toppen ist. Umso erfreuter sind wir nun, von neuen Highlights berichten zu koennen.

Nach den spektakulaeren Tagen beim Masai Mara Nationalpark fuhren wir von Kisumi am Victoria Lake nach Uganda. Uganda praesentierte sich auf den ersten Blick landschaftlich aehnlich wie Ost-Kenia: gruene Huegel, endlose Teeplantagen und gute Strassen. Nach einer Nacht in Jinja am Ursprung des Nils (den wir so nebenbei bemerkt jetzt von der Muendung bis zum Ursprung begleitet haben) fuhren wir weiter in die Hauptstadt Kampala, wo wir das quirlige und dennoch stressfreie Stadtleben, gutes Essen und vorarlberger Gastfreundschaft samt einem Schluck Heimat (Feldkircher Schnapps!) geniessen durften. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Kathi, die uns neben der Logie auch viele Insights ueber das Leben in Uganda liefern konnte.

Der ueberfuellte Busbahnhof in Kampala

Ugandas Strassenverkaeufer mit Modekompetenz:-)

 

Von Kampala gings Richtung Westen weiter nach Fort Port, und gerade, als uns das Land schon ein bisschen zu “brav” und unspektakuaer schien, erlebten wir auf sandigen Offroad-Pisten, vorbei an Bananenstauden und durch winzige Doerfer doch noch das interessante, laendliche Uganda mit seinen durchwegs freundlichen Menschen. Unglaublich, wieviel Begeisterung wir erfuhren fuer unsere Tour und speziell unsere Motorraeder und wieviele freundliche Gesten und “Daumen hoch” wir beim Vorbeifahren bekamen. Das macht jeden Stopp und jede Dorfdurchfahrt zur wahren Freude und fuehrt uns vor Augen, was wir eigentlich gerade Geniales erleben duerfen…

Schwertransport in Ruanda

und noch ein Schwertransport...

Zufrieden gings am naechsten Tag weiter zur ruandischen Grenze, wo sich Uganda anfangs nochmals von seiner schoensten Seite zeigte (auch hier waren die Chinesen schon aktiv und bereiten uns eine Stunde geniales Motorradfahren auf asphaltierten Bergstrassen mit langen Kurven und Serpentinen). Die letzten 30km der Strecke waren allerdings noch nicht ganz fertig, was uns wieder einmal heftigste Schotterpisten und Staub ohne Ende beschehrte. Erleichtert, endlich die Grenze erreicht zu haben, irritierte uns dann das Grenzschild “Welcome to Zaire”. Irgendwie hatten wir wohl doch die Abzweigung verpasst und waren an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo gelandet! War aber nicht weiter schlimmt, einfach Umdrehen und nach weiteren 30km ueber staubige Feldwege fanden wir letztendlich doch den Weg nach Ruanda.

Ruanda hat ungefaehr die Flaeche Tirols und 10 Mio Einwohner, dementsprechend ueberfuellt sind die Strassen. Natuerlich nicht mit Autos, sondern mit Tausenden Fussgaengern! Wir mussten uns erstmal wieder an so viele Menschen und an den Rechtsverkehr gewoehnen, konnten uns aber erfreut davon ueberzeugen, dass Ruanda voellig zurecht das Land der Tausend Huegel genannt wird: Wieder mal tolle Strassen und Kurven, Kurven, Kurven!

Fellow Biker=)

Bevor wir nun in die Hauptstadt Kigali fuhren, goennten wir uns noch ein ganz besonderes Highlight. Am Lake Kivu gibt es den Vulkan Nyiragongo, der zuletzt 2002 ausgebrochen ist und die Stadt Goma in ein afrikanisches Pompeij verwandelte. Im Moment ist die Gefahr eines Ausbruchs sehr gering, er ist aber weiterhin aktiv und spuckt Lava. Leider befindet sich der Vulkan auf der kongolesischen Seite des Sees, was uns zwar kurz ob der Sicherheitslage im Kongo zoegern liess, uns aber von unserem Unterfangen nicht abbringen konnte. So gings ueber die Grenze in den Kongo und dann mit 2 bewaffneten Rangern auf zur Wanderung, die es dann auch in sich hatten: 2000 Hoehenmeter Aufstieg auf 3470m, nach 5 Stunden hatten wir erschoepft den Krater erreicht und es bot sich ein unglaubliches Schauspiel: Vor uns ca. 300m grosser Lavasee, der rauchte, spuckte, brodelte und uns fesselte! Schon beinahe traditionellerweise waren wir die einzigen Touristen auf dem gesamten Vulkan und verbrachten die eiskalte Nacht dann im Zelt direkt am Krater. Das Naturschauspiel war nachts dann noch um einiges spektakulaerer, einfach atemberaubend!!!

Am Krater

 

im Hintergrund brodelt die Lava...

 

Das Spektakel bei Nacht

Jetzt in Kigali angekommen erfreuen wir uns der Gastfreundschaft von Elias’ Freund Micha aus Oldenburg (vielen Dank!) und versuchen, die tollen Erlebnisse der letzten 2 Wochen zu verarbeiten. Morgen wird dann auch der (hoffentlich letzte) Satz neuer Reifen unserer Reise aufgezogen und nach einem Besuch der wohl bewegenden Gedenkstaetten des Genozids von 1994 gehts weiter nach Tansania und nach Sansibar, wo wir uns einige Tage Erholung am Strand goennen werden.

Bis dahin nur das Beste fuer Euch alle und liebe Gruesse,

Clemens & Elias


Antworten

  1. Ihr Lieben! Lese Eure Berichte mit Staunen, Freude, aufflackerndem Fernweh ein mit einem kleinen Stückchen Neid :-) !!
    Danke fürs teilhabenlassen!
    Für Euch 2 weiterhin alles Gute, dass alles gut und unfallfrei läuft, Ihr noch viel erlebt und gesund und munter wieder nach Hause kommt!!
    Kathi, Christoph, Luisa und Rosa

  2. Nach wie vor sind wir alle begeistert von euren Reisberichten und ich beneide euch um eure Eindrücke und Erfahrungen!!!
    Unterdessen können wir hier in Bregenz wahrscheinlich schon fast mit den Temperaturen bei euch mithalten… über 35 Grad sind bei uns hier auch nicht schlecht…;)
    Passt weiterhin auf euch auf und bis bald, Bianca, Christoph & Konstantin

  3. danke fuers teilhaben lassen – danke an alle die mit euch “mitfiebern”
    und euch gute gedanken und wünsche schicken.
    bitte alle “daumen halten und schutzengel schicken”
    ma

  4. Gewaltig! Und ihr habt weitere 1,5 Monate vor euch, die es noch zu genießen gibt. Freu mich für euch, viel Spaß weiterhin und gute Fahrt,

    Mathias

  5. Vielen, vielen herzlichen Dank euch 2 lieben Buben, die ihr uns so viele Neuigkeiten zukommen lässt. Mit welcher Gier warten wir auf die Erlebnisse die auf euch zukommen! Der Schutzengel fährt sicher mit euch mit, hinten auf dem Motorrad. Ich komme mit beten fast nicht mehr nach. Muss mich sicher noch ein wenig mehr anstrengen, manchmal schlafe ich dabei ein und mach dann weiter, wenn ich um 12.00 oder 2.00 Uhr nachts aufwache.
    Kommt gut und ganz wieder nach Hause, zu all euren die euch lieb haben.
    Viele Grüsse eure Oma

    • liebe oma,

      vielen dank fuer deine nette nachricht. wir hatten auf der reise schon unglaublich viel glueck, zuletzt gerade in tansania, wo elias und ich beide vom gleichen meterlangen schlachloch ueberrascht und durch die luft gewirbelt wurden! da hat der schutzengel wirklich ganze arbeit geleistet. bitte auch weiterhin fleissig weiterbeten, man kann ja nie wissen, was noch alles auf uns zukommt…

      liebe gruesse,
      clemens

  6. love it :)


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