Bei ueber 50 Laendern auf diesem Kontinent vom einen oder sogar vom “wahren” Afrika zu sprechen waere natuerlich vermessen. Aber wenn es ein Land gaebe, das saemtliche Bilder von Afrika perfekt vereint, dann wuerde es wohl in etwa so aussehen wie Kenia: Wilde Tiere, Wueste und tropische Waelder, faszinierende Kulturen, bunte Farben und nette Begegnungen an jeder Ecke.
Leider entsprechen auch die Horrorgeschichten den typtischen Bildern Afrilas und so machten wir uns auf das schlimmste gefasst. Wer aus Aethiopien nach Kenia reist muss zwangslaeufig ueber die wenig einladende “Road to Hell”, auch “Bandit Highway” genannt. Bereits in der Vorbereitung hatten wir dementsprechend grossen Respekt vor diesem Abschnitt. Es soll immer wieder zu Ueberfaellen kommen, weite Teile der Strecke waeren nur mit bewaffnetem Konvoi zu bewaeltigen und Reiseberichte erzaehlten von kaputten Stossdaempfern, platten Reifen und gebrochenen Rahmen. Vor zwei Wochen sind zwei Polen, die wir bereits in Aegypten getroffen hatten, auf dieser Strecke verunglueckt und mussten ihr Afrika-Abenteuer abbrechen.
Und tatsaechlich uebertraf die Strasse fast alles was wir bis dahin erlebt hatten: Geroell aus spitzen, fussballgrossen Gesteinsbrocken, mit Spurrillen bis zum Knie, dann wieder feiner Sand, und zwischendurch metertiefe Schlagloecher. Zeitweise ist schwer zu glauben, dass es sich bei dieser Piste wirklich um eine Strasse handelt. Eher hatten wir den Eindruck, dass jemand die “Strasse” extra gebaut hat, um ein Vorankommen per Auto oder Motorrad zu verhindern. Anstrengend war’s, nach 8h Vibrationen und Staub schafften wir es aber am ersten Tag nach Marsabit, wo wir in einem Hotel die mueden Knochen entspannen konnten und (wie immer seit wir so viel offroad fahren) um 21:00 einschliefen.
Am naechsten Morgen waren wir natuerlich wieder auf das schlimmste gefasst, und umso ueberraschter, auf diesem Abschnitt einen herzlichen Empfang zu erfahren. Zufaellig trafen wir unterwegs Harry aus Deutschland, der in einem kleinen Dorf an der Strecke lebt. Wir kamen ins Gespraech und er lud uns prompt zu sich ein. Dankbar um eine kurze Tagesetappe machten wir es uns dort bequem und konnten in der Folge zwei Naechte bei Samburus in einer Huette uebernachten. Ein riesen Glueck, denn so konnten wir das traditionelle Leben dieses faszinierenden Stammes kennen lernen. Wir genossen die Gastfreundschaft und staunten vor allem ueber die Hochzeitszeremonie: Dabei tanzen voll geschmueckte Moran (Krieger), klatschen und huepfen, bis zur Erschoepfung. Einige erfahren dabei sonderbare Anfaelle, zucken und zappeln und sind dann erstmal einige Minuten weggetreten.
Nach so vielen neuen Eindruecken beschlossen wir am Abend zur Feier des Tages ein Schaf zu schlachten, um noch ein wuerdiges Abschiedsessen zu zelebrieren. Auch das war eine “interessante” Erfahrung, so ein Tier von der Weide bis zum Kochtopf zu begleiten, es zu schlachten und auszunehmen. (Alle, die jetzt aufschreien, aber selbst schon Fleisch gegessen haben, moegen sich daran erinnern, dass Kuehe bei uns auch nicht vakuumiert auf die Welt kommen. Und dem Tier duerfte es egal sein, ob sein Henker es selbst verspeist oder nicht.)
Nach so vielen Eindruecken machten wir uns auf richtung Sueden, vorbei am Mt. Kenya, in den Marsai Mara National Park. Wir freuten uns auf ein paar Tiere und hofften, mit ein wenig Glueck die eine oder andere Giraffe oder vielleicht einen Elefanten zu sehen. Und auch hier sollten unsere Erwartungen uebertroffen werden: Aus einer Giraffe wurde ein Dutzend, dazu mehrere Elefantenfamilien, unzaehlige Gnus, Bueffel und Zebras, Leoparden, Geparden, Hyaenen, Nilpferde, Krokodile, Gazellen, Geier, Wildschweine, Affen – und ein Loewenpaar beim Liebesakt.
Gluekcklicherweise ist die Migration der Wildtiere aus Tansania bereits voll im Gange und so konnten wir am Fluss sitzen und staunen, wie eine riesige Herde Zebras und Gnus einen Fluss ueberquerten. Waehrend wir unser Thunfischsandwich verspeisten schnappten links und rechts Krokodile nach den Jungtieren =).
Nachdem wir also das gesamte Dschungelbuch an einem Tag Safari sehen durften sind wir weiter zum Viktoriasee gefahren und goennen uns und den Motorraedern hier eine kleine Pause. Dank der vielen offroad-Passagen und einer neuen Umfallstatistik von 15 (Elias) zu 9 (Cle) gibt es doch die eine oder andere Schraube anzuziehen…





Wow, einfach nur wow!!!!!
Genießt es weiterhin, hoffe wir kommen mal zum skypen.
Lg,
Czech
Von: Hiasl am Juli 3, 2010
um 5:37 pm
danke fürs teilhabenlassen an euren freuden und an eurem glück
weiterhin tausend schutzengel
eine million kuesse und alles gute
ma und papa
Von: ma am Juli 3, 2010
um 8:03 pm
Wir sind begeistert von euren Eindrücken und Erfahrungen!!! Die Bilder sind der Hammer!!!
Passt auf euch auf und geniesst euer Abenteuer…
Liebe Grüsse von Bi, Christoph und Konstantin
Von: bianca, christoph und konstantin am Juli 4, 2010
um 8:47 am
hey ihr zwei, unglaubliche Eindrücke die da auf euch einprasseln – bin mir ziemlich sicher, dass eure Erwartungen an “was wird wohl passieren, was werden wir wohl erleben” schon übertroffen sind, but this trip ain’t finished yet! Weiterhin save travells und geniesst jeden meter und jedes Schlagloch auf eurem Weg! enjoy!
Von: wolfi am Juli 4, 2010
um 10:02 am
Boah Leute, ihr globand gar ned wias mi etz amacht zum o abe fahra.
Euer Blog macht wirkle lust uf a Abenteuer!!
Aba i muas säga.. eli’s tarnung isch da hit!!!!;)
Hoanda ono a paar Bilder vo da Todesstrasse gmacht?
Lg
Anjin
ps.. i kann des do hunn nur als Urlaub bezeichna. *lol*
Von: Anjinisch sehr interessant am Juli 5, 2010
um 8:12 am
Wahnsinn!
Genial, dass es euch gut geht!
Johanns
Von: Josi am Juli 6, 2010
um 9:59 pm